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Johannes H. Gorkiewicz ▫Künstler
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Kuratorin Irena Reichel zur Eröffnung der Ausstellung "...aus heiterem Himmel" am 22. Sep 2023
Träumerei in Hellblau, Georg Heym (1887-1912)
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Alle Landschaften haben
Sich mit Blau gefüllt.
Alle Büsche und Bäume des Stromes,
Der weit in den Norden schwillt.
Blaue Länder der Wolken,
Weiße Segel dicht,
Die Gestade des Himmels in Fernen
Zergehen in Wind und Licht. |
Wenn die Abende sinken
Und wir schlafen ein,
Gehen die Träume, die schönen,
Mit leichten Füßen herein.
Zymbeln lassen sie klingen
In den Händen licht.
Manche flüstern, und halten
Kerzen vor ihr Gesicht.
Aus heiterem Himmel
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In meinem ersten Gespräch mit dem Künstler war ich nicht überrascht zu erfahren, dass Blau seine Lieblingsfarbe ist.
Ich möchte Sie jetzt fragen, welche Stichworte Sie mit der Farbe Blau assoziieren?
Schauen wir, was die Fachbücher uns darüber erzählen…:
Die Statistik zeigt, dass Blau die beliebteste Farbe ist. Man verbindet sie mit Sympathie, Harmonie, Freundlichkeit, Freundschaft, Ferne, Weite, Unendlichkeit, Treue, Sehnsucht, Utopie, Ideale, Götter, Frieden und usw.
Damit habe ich gerade beinahe alle Bewegungskräfte im Leben und Schaffen des Künstlers beschrieben, aber auch die Essenz seiner Bilder.
Die Gemälde sind so ehrlich, dass sie fast genau den Künstler selbst präsentieren. Sie sind leise, sanft und tief in sich selbst hineingefühlt. Wie Lebewesen die gleichzeitig geschlossen und offen sind. Sie kommunizieren durch ihre Harmonie und friedliche langsame Enthüllung der Wahrheit. Wahrheit, die nie mit Worten ausgedrückt werden könnte, sondern mit Farben, Nuancen und mit dem warmen Herzschlag der Natur und der Liebe.
Wiederholte Motive in den Werken sind die Weite und das Unerreichbare. Ich kann nicht anders wahrnehmen als Künstlers intense Sehnsucht nach einem höheren Sinn. Bei diesem Streben versagt jede Form und befreit sich in der Abstraktion (Das Bild „Der Große Geist“). Immerhin verbleibt der Betrachter mit dem Gefühl von Ganzheit Bereicherung der Sinne.
Ich würde hier kurz eine Aussage zitieren, die von einem indigenen Volk stammt:
„Die Wahrheit ist rund und man kann nur um sie herum gehen. Aber wenn man versucht, gerade auf sie zuzugehen springt sie Weg.“
Als Schlusswort darf ich sagen, dass der Künstler einen langen tanzenden Weg entlang der Ekliptik der Wahrheit erlebt hat und liebevoll diese Erfahrung mit uns durch seine Werke teilt.
Danke, lieber Johannes, das ist nicht einfach und überhaupt nicht selbstverständlich!
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